Paläontologie

Was ist Paläontologie?

Die Paläontologie beschäftigt sich mit der Evolution pflanzlicher und tierischer Organismen seit der Entstehung einfachsten Lebens vor etwa 3,8 Milliarden Jahren bis zum Homo sapiens. Sie bildet die Schnittstelle zwischen der Biologie einerseits und der Geologie andererseits. Entsprechend gibt es stärker biologisch orientierte Arbeitsrichtungen (z.B. Paläobiologie, Taxonomie, Nomenklatur, Evolution, Funktionsmorphologie, Genetik) und eher geologisch ausgerichtete Fragestellungen (z.B. Biostratigraphie, Fossilerhaltung). Beide Bereiche überlappen sich aber auch erheblich (Paläozeanographie, Palökologie, Paläobiogeographie, Rekonstruktion fossiler Lebensräume, Spurenfossilien).

Der Paläontologie kommt die Schlüsselrolle zur Vorhersage zukünftiger Entwicklungen der Biosphäre und damit auch zur Entwicklung der Menschheit zu. So gibt es rasche, fast schlagartige Veränderungen, die mit weltweiten Massenaussterben verbunden sind. Das jüngste dieser Massenaussterben an der Kreide/Paläogen-Grenze ermöglichte erst das Aufblühen der Säugetiere. Es sind aber auch allmähliche Veränderungen des Floren- und Faunenspektrums gut bekannt.

Zum Verständnis fossiler Lebensräume werden neben großen pflanzlichen und tierischen Resten (Makropaläontologie) bevorzugt Kleinstlebewesen (Mikropaläontologie) herangezogen. Letztere bieten den Vorteil auch in geringen Probenmengen gehäuft aufzutreten und können dadurch auch in Bohrkernen untersucht werden. Gerade der Bereich der Mikropaläontologie erfährt derzeit eine Blüte, da Mikrofossilien zur zeitlichen Datierung von sedimentären Abfolgen verstärkt in der Erdölprospektion eingesetzt werden.

Andere moderne Ansätze der Paläontologie nutzen fossile Organismengruppen, um das Paläoklima und die Paläozeanographie fossiler Meeresräume zu rekonstruieren. Das Verständnis fossiler Nahrungsketten und -netze ist eine Vorraussetzung zur Klärung von Entwicklungsprozessen der Biosphäre. Weiterhin spielt die Geo-Biosphärenwechselwirkung eine wesentliche Rolle bei diesen prozessorientierten Fragestellungen.